Lazy diamond studded flunkies
Vier Musiker haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Lieder der Geburtsstunde des Rock zu spielen. Frech klebten sie einen Che-Ähnlichen Lockenkopf mit dem Schriftzug «Love Street» auf die Werbeflächen meiner Innenstadt. Ich betrachtete die Plakate mit an Ablehnung grenzender Skepsis, sah das Werk Jim Morrisons verkauft und ausgebeutet, doch Neugierde und Hoffnung überragten und trieben mich schließlich trotzdem zu ihrem Konzert. Es geht, wie hoffentlich unschwer zu erraten ist, um eine Coverband von «The Doors».
Das Verhältnis normaler Menschen zu den Doors ist vielleicht nicht mit dem meinigen zu vergleichen, denn ich sah in immer schon Botschafter einer längst vergangenen, vielleicht besseren Zeit.
Vor zwei Jahren entdeckte ich sie in den Untiefen des Netzes und habe seitdem keine andere Band erlebt, die ihre eigene Epoche so treffend beschreiben und zugleich so zeitlose Kunst erschaffen konnte. Keine anderen Menschen haben es geschafft, mich derart zu verstehen und mich so sehr verstehen zu lassen. Finsterer als das, was heute unter dem Namen «Goth» verkauft wird, tiefer als das, was mache in skurillen Gendres wie «Emo» zu finden meinen, härter als «Metal», war diese Band wohl zum besten, was meinem Gehörgang und meiner geistigen Gesundheit je zugestoßen ist. Manchmal Pflege ich bei diesen Gedanken meinem Kameraden, den sie ählich erwischt haben wie mich, scherzhaft zu sagen «Ohne die Doors hätt ich mir wohl längst die Kugel geben.» (worauf er gewöhnlich mit «Ich mir auch.» antwortet).
Genug geschwärmt, die Doors werden vielleicht in einer separaten Kategorie ausführlicher behandelt. Ich fühle zumindest eine gewisse Verpflichtung dazu. Vielleicht die gleiche Verpflichtung, die diese Musiker dazu gezwungen hat, die Lieder der Doors zu covern, und mich sowie etwa hundert andere Besucher dazu bewegt hat, ihnen zuzuhören.
Die Altersgruppen waren weit gestreut. Ich gehörte wohl mit meinem Kameraden zu der jüngsten, doch es waren bei weitem nicht nur die anzutreffen, die die Doors noch erlebt und vielleicht sogar lebendig gesehen haben. Das Phänomen der Wiederentdeckung dieser Band scheint in jeder Generation stattzufinden, und jede Generation versteht die Werke auf die gleiche Weise.
Die Musiker ließen daran keinen Zweifel. «Crystal Ship», «Soul Kitchen», «Love Me Two Times» spielten sie so sorgfältig und liebevoll, wie sie bei «Peace Frog» und «Roadhouse Blues», «When The Music's Over» und sogar dem Meisterwerk «Not To Touch The Earth» die fetzen fliegen ließen. Man musste ihnen nicht explizit sagen, dass «The End» am Schluss kommt, und dass man Stücke wie «Light My Fire» dehnen darf, soll, und auch nicht, wie man es macht. Der Sänger versuchte nicht Jim Morrison zu sein, sondern sang Lieder mit der Kraft, die nur ein Kenner aufbringen kann.
We need someone or something new
Something else to get us through, yeah, c'mon
Das Verhältnis normaler Menschen zu den Doors ist vielleicht nicht mit dem meinigen zu vergleichen, denn ich sah in immer schon Botschafter einer längst vergangenen, vielleicht besseren Zeit.
Vor zwei Jahren entdeckte ich sie in den Untiefen des Netzes und habe seitdem keine andere Band erlebt, die ihre eigene Epoche so treffend beschreiben und zugleich so zeitlose Kunst erschaffen konnte. Keine anderen Menschen haben es geschafft, mich derart zu verstehen und mich so sehr verstehen zu lassen. Finsterer als das, was heute unter dem Namen «Goth» verkauft wird, tiefer als das, was mache in skurillen Gendres wie «Emo» zu finden meinen, härter als «Metal», war diese Band wohl zum besten, was meinem Gehörgang und meiner geistigen Gesundheit je zugestoßen ist. Manchmal Pflege ich bei diesen Gedanken meinem Kameraden, den sie ählich erwischt haben wie mich, scherzhaft zu sagen «Ohne die Doors hätt ich mir wohl längst die Kugel geben.» (worauf er gewöhnlich mit «Ich mir auch.» antwortet).
Genug geschwärmt, die Doors werden vielleicht in einer separaten Kategorie ausführlicher behandelt. Ich fühle zumindest eine gewisse Verpflichtung dazu. Vielleicht die gleiche Verpflichtung, die diese Musiker dazu gezwungen hat, die Lieder der Doors zu covern, und mich sowie etwa hundert andere Besucher dazu bewegt hat, ihnen zuzuhören.
Die Altersgruppen waren weit gestreut. Ich gehörte wohl mit meinem Kameraden zu der jüngsten, doch es waren bei weitem nicht nur die anzutreffen, die die Doors noch erlebt und vielleicht sogar lebendig gesehen haben. Das Phänomen der Wiederentdeckung dieser Band scheint in jeder Generation stattzufinden, und jede Generation versteht die Werke auf die gleiche Weise.
Die Musiker ließen daran keinen Zweifel. «Crystal Ship», «Soul Kitchen», «Love Me Two Times» spielten sie so sorgfältig und liebevoll, wie sie bei «Peace Frog» und «Roadhouse Blues», «When The Music's Over» und sogar dem Meisterwerk «Not To Touch The Earth» die fetzen fliegen ließen. Man musste ihnen nicht explizit sagen, dass «The End» am Schluss kommt, und dass man Stücke wie «Light My Fire» dehnen darf, soll, und auch nicht, wie man es macht. Der Sänger versuchte nicht Jim Morrison zu sein, sondern sang Lieder mit der Kraft, die nur ein Kenner aufbringen kann.
We need someone or something new
Something else to get us through, yeah, c'mon
der infiltrant - 8. Jan, 02:41
